...von der Bedeutung der Körperwahrnehmung

Unser Leben ist schnell....hektisch. Wir müssen funktionieren, schnell handeln. Unser Leben ist bequem geworden...wir sind nicht mehr selbst mobil, sondern machen uns mobil. Wir tragen wunderschöne Kleidung...schützen den Körper vor Witterungseinflüsse und Einwirkungen von außen. Wir lassen uns durch diverse elektronische Geräte regelrecht berieseln. Wir werden von außen beeinflusst...man sagt uns was wir denken sollen. Wir kommen jederzeit an Nahrung...werden mit bunten Verpackungen zum Kauf animiert. Wir haben nur noch sehr wenig Freizeit...kostbares Gut in einer wundervollen, modernen, glitzernden Welt?!

 

Auf dem ersten Blick haben wir es ganz wunderbar gut. Aber geht es uns damit auch wirklich gut? Was macht das mit uns?

 

Aus den Beobachtungen in meinen zahlreichen Kursen kann ich folgendes berichten: diese Welt gibt uns nur dem Anschein nach etwas Gutem, unserem Körper und unserem Geist tut diese Welt überhaupt nicht gut.

Der menschliche Körper ist für die Wahrnehmung des Äußeren und Inneren von der Natur gebaut worden. Er sollte uns bewegen dürfen, er sollte uns sagen dürfen, was er mag oder nicht. Aber wir hören nicht mehr auf ihn!

Bezogen auf das Trainingsgeschehen beobachte ich etwas für mich sehr Beängstigendes: der Mensch hat die Fähigkeit verloren seine Fähigkeiten einzuschätzen. Der Mensch tendiert absolut dazu leichte Alarmsignale zu überhören. Der Mensch verwechselt Gut mit Schlecht, weil er aus seinem normalen Lebensgefüge - schnell, gnadenlos - auch in der Freizeit der Meinung ist, dass nur schnell und gnadenlos gut sein kann. Der Mensch erkennt kleine Fortschritte nicht mehr, weil nur große und sichtbare in unserer Welt zählen.

 

Aber was macht das auf Dauer mit uns? Es macht uns krank auf Raten....

 

Ich bin kein Fan von asiatischen Gesundheitslehren, soviel steht fest. Auch ich stehe mit beiden Beinen in der Realität und auch ich unterliege den Gesetzen des modernen Lebens. Ich bin kein Gesundheitsapostel....und dennoch spüre ich das Ungleichgewicht und arbeite gegen dieses an. Dies spürt jeder, der sich in meine Kurse begibt. Viele Menschen haben das Gefühl hier ist irgendetwas anders, als bei anderen Anbietern. Ja - ich habe für mich erkannt, dass ich ein Gleichgewicht herstellen muss, um mich zu zentrieren und zu ebnen. Und was mir gut tut, dass wird jedem anderen Menschen auch gut tun.

Im Zentrum jedes Tuns muß aus meiner Sicht die Zeit sein, sich und seinen Körper vollkommen erspüren zu können. Mein Körper teilt mir sehr eindrucksvoll mit, was er mag und was nicht. Ich erzwinge nichts und spüre dabei, dass es auch einmal sinnvoll sein kann meine ganze Kraft in ein Workout zu stecken und mich auszupowern. Aber andererseits es auch sinnvoll ist es ruhig anzugehen und mir die Zeit zu nehmen Bewegungen meines Körpers wirklich nachzuspüren.

 

Das hochelastische Trampolin ist im wahren Kern eine Oase der Freude, der Ruhe, der Besonnenheit und der Energie. Es erzeugt Energie, welche unter ganz bestimmten Voraussetzungen meinen ganzen Körper erfässt. Nur in der Ruhe und Aufgeschlossenheit kann diese Energie meinen Körper durchströmen. Ganz tief in einem drin spürt man den Energiefluss regelrecht. Empfindliche Personen - gekoppelt mit der notwendigen Hingabe - spüren Wärmeimpulse. So manche Person hat es sogar schon erlebt, dass sich verklebte Faszien aktiv gelöst haben. Dies sind überraschende Momente, die durchaus verunsichern können, aber nicht sollten. Im Gegenteil...diese Person hat gespürt, welche Wirkungen der Körper auf dem Trampolin erfahren kann.

Sehr eindrucksvoll wird es, wenn Trainierende die Zeit und Ruhe beim Training haben und spüren, wie sich bestimmte Muskelgruppen durch bestimmte Übungen von ganz allein verspannen und gar nicht unterstützt werden müssen. Gleichzeitig aber das Bewusstsein wächst: ich mache es genau richtig und helfe meinem Körper.

Auf den eigenen Körper zu hören sollten sich vor allem gesundheitlich angeschlagene Personen angewöhnen. Wenn ich etwas finde, mit dem ich meinen kranken Körper unterstützen kann, dann ist es etwas Wundervolles! Es ist mir unbegreiflich, weshalb es aber so wenige beherrschen. Liegt es vielleicht auch darin, dass wir unser Sein so schlecht akzeptieren wollen? Anderen zeigen wollen, was wir dennoch können? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es nicht gut ist mit einer Wirbelsäulenveränderung auf einem harten Trampolin zu springen.

Wenn einem das Glück beschert ist auf einem hochelastischen Trampolin trainieren zu dürfen, dann sollte man stets die Zeit haben seinen Körper zu erspüren...von der Fußsohle bis zu den Ohren. Und zwar zu Beginn des Trainings, in der Mitte und vor allem am Ende. Man sollte sich bewusst die Zeit nehmen zu erspüren, wie sich die Wirbelsäule von ganz allein streckt, die Gliedmaßen regelrecht an ihr hängen, der Kopf auf der Spitze sitzt und gleichzeitig die Kraft der Haltemuskulatur zu spüren. Armbewegungen sollten stets frei möglich sein - ohne Kraftanstrengung muss ein Arm pendeln können. Die Füße müssen korrekt abrollen dürfen, die Lastverteilung gleichmäßig spürbar werden. Koordinative Bewegungen sollten nach einer anfänglichen Sortierungsphase zügig abgerufen werden.

Es gibt so viele wundervolle Übungen, welche die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen Stimmung schulen. Man muß sich hierzu aber die Zeit nehmen! Es ist keine Vergeudung von Zeit....es ist eine Quelle für das Leben.

 

Und einen Aspekt möchte ich noch hinten an setzen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in einem Moment der tiefen Wahrnehmung es zum Ausbruch von Emotionen kommen kann. Menschen mit tiefer Trauer in sich haben mir schon mehrfach berichtet, dass sie in einem Moment der tiefen Entspannung auf dem Trampolin von ganz allein zu weinen angefangen haben. Ich kann es mir nur so erklären: das innere Auseinandersetzen gekoppelt mit einer tiefen Entspannung lässt den Geist völlig frei. Tief vergrabene Emotionen haben genau in diesem Moment die Möglichkeit befreit nach außen zu dringen....wie wundervoll! Das Trampolin hat folglich auch eine wirklich befreiende Natur.

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